19. August 2008

Bittersweet Symphony

12 Dinge, die mich aergern:
... Oesterreich (pauschal)
... Deutschland (ebenfalls pauschal)
... Kinder (betrachte ich im Uebrigen als Dinge, ja)
... Familienvaeter in Karohemden (dito)
... Anti Raucher Kampagnen
... die Vergewaltigung franzoesischer Lehnworte, z. B. Restorang
... die Verkehrspolizei
... mal ganz klar: Dschamilija Rowe (allein der Name schon)
... dass Ausdruckstanz keine anerkannte olympische Disziplin ist (zu sein scheint)
... die Farbe Senfgelb
... der Papst
... Touristen, die mich ansprechen

11 Dinge, ohne die ich nicht leben koennte:
... Zigaretten
... Alkohol
... Geschlechtsverkehr (obwohl das ja ein sehr widerspruechlicher Ausdruck ist)
... Essen
... Trinken
... Luft
... Kaviar (oh ja, wirklich)
... Le Monde am Morgen
... Massanzuege (warum ist mir das nicht schon viel frueher eingefallen?)
... eine verhuschte Privatsekretaerin, die mein Leben zu organisieren versucht
... vielleicht Musik

10 Dinge, auf die ich mich freue:
... Sonnenuntergang
... Sonnenaufgang
... ein franzoesischen Fruehstueck
... Bionade in Frankreich (2009)
... die neueste Dior Kollektion
... der neue Spiegel in meinem Schlafzimmer
... die naechste Zigarette
... meine neue Lederjacke
... das naechste Buch der Hilarious Miranda
... der Tag, an dem man mich zur Premier Dame kuert

9 Dinge, die ich taeglich trage:
... etwas Pinkes
... ein Einstecktuch
... Socken
... Unterhosen
... Hosen
... Hemden
... Manschettenknoepfe
... Zigaretten (bei mir)
... eine kugelsichere Weste (kleiner Spass)

8 Serien/Filme, die ich immer wieder sehen moechte:
... Friends
... Will & Grace
... The Chanel Story
... Der Teufel traegt Prada
... About A Boy
... Hannibal
... Lagerfeld Confidential
... Monsieur Ibrahim et les fleurs du Coran

7 Objekte, die ich taeglich anfasse:
... Moleskine
... mich (oh Gott ja)
... mein neues Briefpapier
... eine Evian Wasserflasche
... mein Feuerzeug
... meine Zigarettenschachtel
... ein Buch

6 Dinge, die ich jeden Tag tue:
... Aufstehen
... Oder eben Zubettgehen
... Rasieren
... Ankleiden (Coucher)
... meine Unterschrift unter irgendetwas setzten
... ein Faksimilie verschicken

5 Lebensmittel, ohne die ich nicht leben koennte:
... Man kann auf alles verzichten. Vor allem auf Lebensmittel.

4 Menschen, mit denen ich gerne mehr Zeit verbringen wuerde:
... Ségolène Royale
... Lilane Bettencourt (Madame L'Oréal)
... Claudia Schiffer
... Wolfgang Joop

3 meiner momentanen Lieblingslieder:
... Mauss et Charlie: Je recherche
... Yelle: Je veu0 te voir
... Santogold: L. E. S. Artistes

2 Menschen, die mein Leben sehr beeinflusst haben:
... Frau Professor von Zahnd (wer weiß, was das du bedeuten hat, ist sehr schlau)
... der Eisenhans

1 Mensch, mit dem ich den Rest meines Lebens verbringen moechte:
... Gaspard Ulliel.

Was bisher geschah

Justus von S., die Diva, die ueber Jahrhunderte europaeische Kulturgeschichte geschrieben hat, ist zurueck. Wollen wir mal sehen, was bisher geschah.

Justus von Schirach hat tatsaechlich vier Vornamen und wurde vor etwas mehr als zwanzig Jahren in Wien, der Hauptstadt der Republik Oesterreich, in eine Advokatenfamilie hineingeboren. Natuerlich hat er sich das nicht ausgesucht, wie so vieles im Leben. Zum Beispiel die Tatsache, dass er noch im Grundschulalter nach Deutschland verschleppt wurde. Er musste in Muenchen wohnen und sich mit den dortigen Menschen fuer einen unerhoert langen Zeitraum arrangieren.

Anschliessend studierte er irgendwas an irgendeiner Universitaet und wurde schliesslich zum Doktor ernannt. Seitdem arbeitete er als etwas, das so aehnlich ist, wie Architekt.

Nach dem Studium lebte Herr von S. fuer ein Jahr in St. Petersburg, ohne erwaehnenswerte Russischkenntnisse zu erwerben. Aus Prestigegruenden erwaehnt er allerdings gern, er koenne perfekt auf Russisch parlieren. Nach dem Abschluss seiner Russischen Phase kehrte S. nach Oesterreich zurueck und lebte fuer ganz kurze Zeit in Salzburg. Dort hoerte er zum ersten Mal in seinem Leben ein Musikstueck von Mozart. Bald wurde es ihm fad und so zog er dort hin, wo alle Menschen wohnen, denen es fad ist: Nach Deutschland, genauer: nach Rheinland Pfalz, dem Heimatland von Kurt Beck, der wandelnden Spasskanone.

Die Domstadt Speyer wurde zu S. neuer Heimat und er arbeitete fuer eine relativ lange Zeit sehr fleissig als Architekt. Dann wurde ihm alles zu viel und er machte mehrmals im Jahr Urlaub, zum Beispiel am Genfersee, wo er zu verklaerende Maennerbekanntschaften machte. Zu einem unrelevanten Zeitpunkt zog er uebrigens wieder in seine Geburtsstadt, Wien, zurueck.

Im Oktober letzten Jahres beschloss Herr von S. mehr oder weniger freiwillig in ein Sanatorium zu gehen. Ja, genau, ein Sanatorium ist ein Haus, in dem sich Geistesgestoerte und sonstige Bekloppte vorzueglicherweise aufzuhalten pflegen. Dort lernte er uebrigens Thomas Mann kennen. Nach ein paar Wochen beschloss Herr von S. die Anstalt zu verlassen, kehrte aber kurze Zeit spaeter wieder zurueck und blieb fuer einige Monate Dauergast. Zwischenzeitlich las er das epische Gesamtwerk von Thomas Mann, uebertrug es ins Russische, lernte Franzoesisch, Sanskrit und Esperante, erfand ein Mittel gegen Krebs und lernte Ségolène Royale kennen. Mindestens eine der genannten Aktivitaeten spielte sich in seiner Fantasie ab. Schliesslich befand man, er muesse die Dienstleistungen nicht laenger in Anspruch nehmen.

Sodann trabte S. nach Wien zurueck und mietete sich zusammen mit einer Freundin, die bezeichnenderweise gerade eine Gehirnoperation hinter sich gebracht hatte, in eine Wohnung am Schottenring in Wien. Fuer alle die es noch nicht wissen sollten: Das ist quasi die oesterreichische Reeperbahn. Im Laufe der Zeit wohnten insgesamt fuenfzehn Menschen in dieser Wohnung, natuerlich unterschiedlich Lange und in unterschiedlicher Besetzung.

Im Februar beschloss die Wiener Gendarmerie, das ist die sogenannte Landpolizei, es waere angebracht, Herrn von S. und seinen Freunden beim Auszug behilflich zu sein, was zur Folge hatte, dass Herr von S. schockiert das Land verließ und seinen oesterreichischen Pass an der Grenze verbrannte. Seit dem bezahlt er uebrigens keine Steuern mehr.

Heute lebt Justus von S. in Paris. Er ist aufgrund ungluecklicher Umstaende mindestens einmal verwitwet, hat keine Kinder und treibt seine Angestellten nur noch unregelmaessig per Telefon zur Arbeit an. Nur noch ganz selten arbeitet er selbst, denn er ist laengst der reichste Mensch des Kontinents, ach, der Welt. Er ist mittlerweile 30 und der festen Ueberzeugung, dass die Haelfte seines Lebens laengst vorbei ist. Trotzdem hat er doppelt so viel gesehen wie Du und Deine Mutter zusammen.

306 Tage

... ist ja bekanntlich der traditionell perfekte Zeitpunkt fuer ein Comeback.

17. Oktober 2007

CXCII

Es heißt RAF (sprich: Er-Ah-Eff) und nicht RAF (sprich: Raff).

CXCI | Wolfgang S. aus F.

Ich finde Herrn Schäuble irgendwie sympathisch. Wie er in seinem Rollstuhl so munter durch die Gegend rollt, sich in äußerst unterhaltsamer Weise mit kokainabhängigen jüdischen Talk"mastern" (Michel Friedmann) abgibt und hie und da eine gesellschaftliche Hysterie ob einer seiner einen Satz umfassenden "orwell'schen Vorschläge" (stern) auslöst. Herrlich.

Ich glaube, er meint das eigentlich gar nicht so, mit dem Flugzeuge abschießen und Telfonanschlüsse abhören. Er will uns wahrscheilich nur mal auf den Ernstfall vorbereiten. Er meint es doch nur gut.

CXC

Allein schon die Wortschöpfung "Machtkampf in der SPD", die uns allenthalben um die Ohren geschmissen wird. Als gäbe es in der unheimlich einflussreichen VOLKSPARTEI (ich bemerke: 30 Prozent repräsentieren das GESAMTE VOLK) irgendeine Macht, um die es sich zu kämpfen lohnen würde (löhnte).

CLXXXIX

Soeben im Fernsehen gehört:

"Retro ist immer in"


Ich frage mich gerade, wie die Retro-Bewegung dann wohl in 50 Jahren aussehen wird, wenn es darum gehen wird, den Trend der berühmt-berüchtigten 2000er-Jahre zu adaptieren, was durchaus schwierig sein wird, denn in den 2000er-Jahren sind ja alle so rumgelaufen, wie in den 90ern. 80ern. 70ern. 60ern. Oder nackt.

CLXXXVIII | Von Eva Herman möchte man ja gar nicht anfangen.

Aber um es mit den Worten von Johannes B. Kerner zu sagen:

"Autobahnen geh'n mal gar nicht"

15. Oktober 2007

CLXXXVII | Blutvergiftung

Eigentlich sollte ich ja schon seit Sonntag wieder zurück sein von meiner Inspektion durch die Wiener Krankenhäuser. Der Stationsarzt hatte mir versprochen, dass ich sonntags entlassen werden würde. Beseelt grief ich beherzt zum Telefonapparat und wollte diese spektakuläre Neuigkeit meiner Schwester, selbst Ärztin, unterbreiten.

"Ich werde morgen entlassen. Gott sei Dank. Die Ausstattung hier ist miserabel."
"Tja. Wenn du meinst."
"Na, es sieht wirklich nicht wie bei Hiltons aus"
"Ich meinte das mit dem Entlassen-werden"
"Was?"
"Sonntags wird man normal nicht entlassen"
"Aha. Und warum."
"Der Stationsarzt hat am Sonntag frei."


Fein. Herr Dr. Wahl ist im übrigen dann ein Quacksalber.

9. Oktober 2007

CLXXXVI

Achja, übrigens: Tschechien gehört ein Teil des Hamburger Hafens.
Artikel 363 des Versailler Vertrages