26. September 2007

Balkongeschichten.

Ich liebe einen Balkon.

Aber fangen wir von vorne an.

Meine Wohnung hat parvenühafterweise zwei Balkone (einen zur Straße und einen zum Hofgarten), allerdings benutze ich die aus verständlichen Gründen nicht (der Straßenbalkon ist etwas ungeschickt, da er ja zur Straße geht; der Hofgartenbalkon liegt unverständlicherweise an meinem Bügelzimmer - ja auch ich habe so was). Kurzum: Justus hat eine Wohnung, die er gut findet, aber Balkone, die eher suboptimal sind.

Dank einer Erbschaft bin ich jetzt in Besitz eines wirklich tollen Balkons. Eine Tante meinerseits ist verstorben und aufgrund undurchsichtiger Verwandtschaftsverhältnisse ist ihre Wohnung in meinen Besitz übergegangen. Nun trifft es sich, dass die Wohnung einen ganz tollen, wunderhübschen Balkon hat, von dem aus man einen fabulösen Blick auf eine exorbitante Gartenanlage hat. Kurzum: Ich habe nun also eine weitere Wohnung, die an sich eher unspektakulär ist, allerdings einen beneidenswerten Balkon hat.

Das ganze klingt vielleicht exzentrisch, aber ich finde das gut.
Außerdem hat es etwas hochherrschaftliches, wenn man eine vollkommen leergeräumte Wohnung besitzt, die man nur ob des grandiosen Balkons unterhält.

Das wirklich tolle an dem Balkon ist, dass er wohl in den 50er-Jahren ein wintergartenähnliches Objekt hätte werden sollen. Allerdings hat das wohl nicht so geklappt, denn aus Balkonen macht man nur schwerlich Wintergärten. Jetzt sieht das ganze Arrangement aber einfach nur köstlich aus. Man lernt den Charme der 50er wieder kennen. Und man findet es gut.

Normalerweise sollte man so etwas ja nicht erzählen, denn dieser ganze Umstand bietet wohl (zu Recht) allen Grund, zu behaupten, ich seie nun vollends verrückt geworden. Aber ich mag es.

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